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Oktober 2021

Die Show-Notes zum Brillengentleman Podcast:

Alle brillen an Bord

Moin, Ahoi und willkommen an Bord! Keine Angst, Du bist nicht durch einen falschen Klick beim Seemanns Blog gelandet und doch ist und bleibt es diesmal sehr maritim. Zudem geht es um einen weißen Schwan und selbstverständlich um Brillen. Wenn Du Dir jetzt die Frage stellst, wie das alles miteinander zusammenhängt, dann solltest Du definitiv weiter lesen, um dieses Rätsel aufzulösen.

Lieber Hören statt lesen?

Episode 17 - Brillengentleman Podcast

Alle Brillen an Bord

  • Die Hamburger Schiffsmesse bietet keine Yachten oder Boote, sondern es geht um Brillen (Dieser Link führt zur Hamburger Schiffsmesse Website)
  • Sie wurde ursprünglich ins Leben gerufen, um die Neuigkeiten einer aufstrebenden Brillenmarke zu präsentieren
  • Die Idee kam so gut an, dass sich andere Brillenmarken anschlossen
  • Stattfinden sollte sie auf einer Barkesse, jedoch bot diese bald nicht mehr den benötigten Platz
  • Darum fand sie auf dem Museumsschiff Cap San Diego (Dieser Link führt zur Cap San Diego Website)
  • Die Cap San Diego und ihre 5 Schwersterschiffe nannte man “ Die weißen Schwäne des Südatlantiks“
  • Die Stadt Hamburg rettete sie vor der geplanten Verschrottung
  • Sie ist ein Touristen Hotspot im Hamburger Hafen
  • Auf ihr befindet sich ein Hotel mit 10 Zimmern

Nur nicht vom Namen auf die falsche Fährte führen lassen

 

Richtig hanseatisch

Dieser Blogbeitrag dreht sich um die Hamburger Schiffsmesse, klingt das nicht schon herrlich maritim? Nein, da kauft man keine Yachten und Boote, sondern dort gibt es, wie der Name schon verrät….. Brillen! Die Hamburger Schiffsmesse ist eine Brillen Order Messe, auf der direkt Brillen geordert bzw. bestellt werden können. Aber wie kommt man nur dazu, eine Brillenmesse „Hamburger Schiffsmesse“ zu nennen?

Das haben wir den beiden Herren Christian Eydam und Wolfgang Kampf zu verdanken. Die beiden haben 2005 eine eigene Brillenmarke gegründet und hatten 2010 den Wunsch, ihre Frühjahrs Neuigkeiten zeigen zu wollen. Jedoch hatten sie zu dem Zeitpunkt noch keinen groß angelegten Außendienst, also Leute die für die beiden die Brillen und Neuigkeiten bei den Optikern promoten und zeigen. Darum stellten sie sich die Frage: „Wie machen wir das denn jetzt am besten? Wie zeigen wir unsere Neuigkeiten?“

Schließlich kamen die beiden auf die Idee, die Präsentation ganz hanseatisch auf einer Barkasse im Hamburger Hafen zu veranstalten. Mit tollem maritimen Flair….. einfach klein, gemütlich und mit einer entspannten Grillparty.

Der Charme der guten Idee

Aber wie es meistens mit tollen Ideen ist, werden nicht selten andere darauf aufmerksam und kommen schnell auf die Idee mitmachen zu wollen. So war es auch bei dieser Idee der Fall. Andere Brillenmarken fragten an, ob sie sich nicht mit einklinken könnten? Somit Auf könnte auf diese weise vielleicht eine Art Mini Messe daraus entstehen? Ehe man sich versah, war die angedachte Barkasse einfach zu klein für alle die mit drauf wollten. Denn schließlich sollten nicht nur die Brillenaussteller auf das Boot passen, sondern insbesondere die Besucher für die diese Messe in Leben gerufen wurde. Darum begab man sich auf die Suche nach einer neuen Location für die Hamburger Schiffsmesse und wurde auf die Cap San Diego aufmerksam.

Ein besonderes Museumsschiff

Die Cap San Diego ist ein Museum Schiff, das im Hamburger Hafen liegt. Dieses Schiff kann nicht nur besucht und bestaunt werden, da es wirklich toll restauriert wurde. Sondern auf ihr kann auch übernachtet werden, denn in ihr versteckt sich auch ein Hotel. Desweiteren wird dort angeboten, auf ihr Events und Ausstellungen stattfinden zu lassen. Daraus ergab sich der Gedanke, ob dieses Schiff nicht die passende Location wäre und die beiden versuchten, die Messe auf der Cap San Diego stattfinden zu lassen. Tatsächlich klappte es und dieses Schiff wurde die Heimat ihrer außergewöhnlichen Messe, der Hamburger Schiffsmesse. Was auch wirklich super zusammenpasst, denn auch dieses Schiff ist sehr außergewöhnlich.

Sie ist es das älteste fahr tüchtige Museum Schiff der Welt. Denn die gute Cap San Diego wurde 1961 in Hamburg gebaut und ist mit ihren stolzen 60 Jahren immer noch unterwegs. Man kann mit ihr noch immer auf Fahrt gehen und dieses Schiff in Aktion erleben. Dann verlässt sie ihren Liegeplatz und ist einfach mal unterwegs.

Der Weiße Schwan

Am Anfang dieser Show Notes hatte ich einem weißen Schwan erwähnt, lösen wir doch jetzt einmal das Rätsel diesbezüglich auf. Die Cap San Diego ist mit ihrem strahlend weißen Anstrich, der leichte rote Akzente besitzt, ein echter Hingucker im Hamburger Hafen. Neben der Cap San Diego wurden noch fünf weitere Schiffe von diesem Typ oder wie es im Schiffsbau heißt, von dieser Klasse als Stückgut Frachter gebaut. Diese fuhren im Linienverkehr über den Südatlantik, weswegen diese Schiffe den Beinamen „Die weißen Schwäne des Südatlantiks“ bekamen. Denn sie alle hatten diesen imposanten weißen Anstrich und sahen deshalb wie ein über das Wasser gleitender Schwan aus.

Doch die Zeit der Stückgut Frachter ging in den 80er-Jahren ihrem Ende entgegen, denn sie wurden von den großen Containerschiffen abgelöst, die immer mehr gebaut wurden. Die Stückgut Frachter waren somit etwas aus der Zeit gefallen. Dies führte dazu, dass Anfang der 80er Jahre die fünf Schwesterschiffe verschrottet wurden. 1986 stand auch die Verschrottung der Cap San Diego an. Kurz zuvor war sie noch einmal verkauft worden, was auch eine Umbenennung in „Sangria“ mit sich brachte.

Die Rettung

Da alle sechs Schiffe der „Cap San“ Klasse in Hamburg gebaut wurden und somit auch ein Stück Hamburger Geschichte sind, reifte bei den Verantwortlichen der Stadt Hamburg der Gedanke, dass letzte noch übrig gebliebene Schiff zu kaufen, nach Hamburg zurückzubringen und ein Museumsschiff daraus zu machen. Dieses Unterfangen klappte auch, denn tatsächlich gelang es, den damaligen Eigentümer von der Verschrottung abzubringen und ihm das Schiff abzukaufen. Über Cuxhaven holte man das Schiff zurück nach Hamburg und restaurierte es mit viel Einsatz und Aufwand, denn es war stärker heruntergekommen als zuerst angenommen wurde. Seitdem liegt sie, wieder zurück benannt in „Cap San Diego“ im Hamburger Hafen. Dort hatte sie erst verschiedene Liegeplätze, doch seit vielen Jahren hat sie ihren festen Platz an den Landungsbrücken und ist dort ein wahrer Blickfang.

Wenn Du einmal in Hamburg bist und noch nie bei ihr oder sogar auf ihr zu Gast warst, dann kann ich Dir diesen Besuch wirklich sehr ans Herz legen. Dieses Schiff ist definitiv einen Besuch wert. Ich war natürlich durch die Messen auf diesem Schiff zu Gast und es ist toll. Diese engen Gänge, diese besondere Atmosphäre, wenn man live sieht und erlebt wie früher Schiffe gebaut wurden. Es ist eine interessante Mischung aus Abenteuer und Faszination und man spürt richtig, wie die Seefahrt früher war. Wenn Du dann unten im riesigen Laderaum angekommen bist, kannst Du Dir selbst ein Bild dieser besonderen Location machen und sicherlich gut nachvollziehen, warum mich diese Atmosphäre noch immer so begeistert.

Wenn ein Flugzeugträger im Weg steht

Ein weiteres Highlight und etwas das von Anfang an teil der Schiffsmessen Idee war, fand stets am Samstagabend oben an Deck statt. Denn immer wenn die Messe am Samstag zu Ende war, gab es dort ein tolles Barbecue. Eine richtig coole Grillparty mit Ausblick auf den Hafen,  dass hatte schon richtig Stil.

Einmal war das Grillen bzw. der Ausblick ein ganz anderer als sonst. Denn da hatte der Hamburger Hafen entschieden, direkt neben den Liegeplatz der Cap San Diego einen französischen Flugzeugträger festmachen zu lassen. Dieser war gefühlt doppelt so groß und beeindruckend hoch, wies es sich für einen Flugzeugträger gehört. Dies führte dazu, dass man einfach nur auf eine riesige graue Wand blicken konnte und der Ausblick auf den Hafen versperrt war. Das hat sich als Erinnerung bei mir auch eingeprägt, weil es irgendwie spannend, skurril und auch lustig war. Daran denke ich tatsächlich stets mit einem lächeln im Gesicht zurück.

Keine freien Plätze mehr? Kein Problem!

Christian Eydam, mit dem ich mich kurz vor Entstehung der Podcast Episode unterhalten habe, hat mir erzählt, dass es auch ein Jahr gab, an dem alle Aussteller-Plätze vergeben und ein Aussteller unbedingt noch dran teilnehmen wollte. Not und Wille machen oft sehr erfinderisch und so hatte der gute Mann mal kurzerhand eine Barkasse gemietet und sich mit dieser direkt neben die Cap San Diego gelegt. Auch eine interessante, spontane und lustige Idee, die einmal mehr den außergewöhnlichen Charakter der Hamburger Schiffsmesse unterstreicht.

Altes Hauptzollamt und Westin Hotel in der Elphi

Leider ist die Hamburger Schiffsmesse seit einigen Jahren nicht mehr auf der Cap San Diego, denn sie ist immer größer geworden und der zur Verfügung stehende Platz auf dem Schiff reichte einfach nicht mehr aus. Deshalb begab man sich auf die Suche nach einer neuen Heimat für die Hamburger Schiffsmesse. Als ersten Schritt zog man in das alte Hauptzollamt um, was eine sehr schöne Location ist, aber überhaupt nicht die ursprüngliche Atmosphäre bietet. Und wie sagte Christian: „Sie war nicht so sexy!“ Darum gab es nach 3 Jahren die Überlegung einen weiteren Locationwechsel anzustreben und ist dann tatsächlich ins Westin Hotel gezogen. was diese Hotel so besonders macht? Es ist Teil der Elbphilharmonie, was schon eine faszinierenden Charme hat, denn wer geht nicht gern in die Elphi? Doch auch wenn ich echter Elphi-Fan bin, würde mir tatsächlich noch einmal ein Comeback auf der Cap San Diego wünschen. Schließlich ist sie die Namensgeberin dieser Messe. Es ist das Schiff, auf der die Hamburger Schiffsmesse ihren Ursprung hatte.

Zudem sind Comebacks doch gerade total angesagt. Denn wer hätte mit einem Comeback von ABBA gerechnet? Nach so langer Zeit? Und nun haben sie uns alle überrascht und sind wieder da. Also warum nicht auch ein Comeback der Cap San Diego?

Der Aufruf: „Noch einmal Hamburger Schiffsmesse auf der Cap San Diego!“

Darum appelliere ich hiermit einmal an Christian und Wolfgang: „Lasst die Hamburger Schiffsmesse noch ein einziges Mal auf der Cap San Diego stattfinden, da wo sie ihren Ursprung hatte. Ja, natürlich hat sie weniger Platz für Aussteller aber ich glaube, dass wäre eher das Luxusproblem. Denn Ein Comeback auf ihr wird sicherlich einen wahren Run auf die vorhandenen Plätze auslösen. Also macht es noch einmal!“

Kapitäns Suite und Zimmer des 1. Ingenieurs

Wenn ich jetzt Deine Neugier auf die Cap San Diego geweckt habe, dann besuch sie doch einfach mal. Entweder als Museumschef und erkunde sie in aller Ruhe. Oder nutze sie als Hotel und übernacht in einem der zehn zur Verfügung stehenden Zimmer. Es gibt vier Einzelzimmer, vier Doppelzimmer, die Kapitäns Suite und das Zimmer des 1. Ingenieurs. Es gibt also bestimmt genug Möglichkeiten, eine nette Nacht auf der Cap San Diego zu verbringen. Doch eines möchte ich hierzu als Information noch mitgegeben: „Die Zimmer sind echt begehrt, deshalb solltest Du rechtzeitig Buchen, um Dir eines dieser Zimmer sichern zu können!“

Damit ist das Geheimnis um den Zusammenhangs des Maritimen (= die Hamburger Schiffsmesse), des weißen Schwans (= Cap San Diego und Ursprungsort der Messe) und der Brillen (= diese sollten Präsentiert werden) gelüftet.

Der Autor:

Björn ist Gründungspartner des Optik-Geschäfts Die Brillenfreunde in Hamburg. Seit 2015 ist der gelernte Fluggerätmachaniker und Industriemeister Luftfahrttechnik, auch ein geprüfter Augenoptikassistent. Als kreativer Kopf des Teams kümmert er sich federführend um die Social Media Footsteps der Brillenfreunde und ist maßgeblich für ihren einzigartigen Look verantwortlich. Seit Juni 2020 ist er zudem als Brillengentleman im gleichnamigen Podcast zu hören.