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August 2022

Die Show-Notes zum Brillengentleman Podcast:

Einfache Tipps für ein gutes Beratungsselfie

Man liebt sie oder man mag sie nicht, die Rede ist von Selfies. Sie sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie auch Einzug in das Beratungsgespräch gehalten haben. Schließlich ist das Erstellen einer Entscheidungshilfe auf diese Art es so schön einfach, man holt sein Handy heraus und macht schnell ein paar Fotos für zu Hause. Mit deren Hilfe, kann man dort noch einmal in Ruhe überlegen, ob die Brille, die man auf der Nase hat, auch wirklich die richtige für einen ist. Oder es sind noch verschiedene Brillen zur Auswahl und man kann überlegen, welche der wahre Favorit für einen ist.

Doch manchmal sitzt man zu Hause, schaut auf das Bild und es kommt einem komisch oder sogar regelrecht fremd vor, was man darauf erblickt. Man kann sich das gar nicht erklären, weil im Laden sah man doch irgendwie ganz anders aus… oder nicht? Wenn Du ein paar Dinge beim Selfie knipsen nicht berücksichtigt hast, dann sehen Deine Selfies, wirklich nicht so aus wie Du real aussiehst. So ein Selfie ist dann wirklich keine Hilfe bei der Entscheidungsfindung.

Um diesem Problem zu entgehen, gibt es ein paar Tipps und Tricks.

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Episode 27 - Brillengentleman Podcast

Einfache Tipps für ein gutes Beratungsselfie

  • Selfies werden gerne für Entscheidungen verwendet
  • Bei ihrer erstellung sollte einiges beachtet werden um ein gutes Selbstbildnis zu erhalten
  • Auf den Abstand zwischen Dir und der kamera achten, ist er zu kleine entstehen verfälschte und unschöne Proportionen
  • Licht von oben verursacht Schatten in Deinem Gesicht, nutze Fensterlich zur Ausleuchtung deines Gesichts
  • Auchte auf die Perspektive, Kamera am besten in Augenhöhe oder einen Tick höher halten
  • Vermeider chaos im Hintergrund und nutze am besten den Bokeh Effekt
  • Achte auf einen freundlichen Gesichtsausdruck und eine gearde und offene Körperhaltung, da diese unbewussten einflus auf den Betrachter haben
  • Halte Blickkontakt mit der Kamera
  • Bedenke den Spiegelbild Faktor beim eigenen Betrachten des Selfies und wenn Du es anderen zusendest

Ein richtig gutes Selfie entstehen zu lassen ist nicht schwer, wenn man einiges beachtet

 

Ich hatte es gerade schon thematisiert, man schaut sich zu Hause das Bild oder die Bilder an, die man vorhin im Geschäft gemacht hat und nun wirken sie so merkwürdig? Man hatte seinen Anblick im Geschäft ganz anders in Erinnerung, doch wieso wirkt es nun auf dem Bild bzw. den Bildern so anders?

Das Problem mit den Proportionen

Das könnte vielleicht an den verschobenen Proportionen liegen, die Du auf dem Selfie betrachtest und die gar nicht der Realität entsprechen. Denn wenn Du Deine (Smartphone)Kamera zu nah vor Dein Gesicht gehalten hast, entstehen Verzerrungen bzw. wirkt Dein Gesicht verschoben, weil die Proportionen Deines Gesichts nicht mehr zusammen passen.

Du fragst Dich, was meine ich damit?

Hältst Du die Kamera zu nah vor Dein Gesicht, ist Deine Nase dann viel näher an der Kamera dran und wirkt dadurch auf dem Bild bis zu 30 % größer als der nachfolgende Rest Deines Kopfes. Denn alles was danach kommt, wird kleiner dargestellt. Die weiter zurückliegenden Wangenknochen wirken kleiner und die Ohren, die noch weiter hinten liegen, wirken noch einmal kleiner.

Diese nicht stimmige Größen Darstellung spielt natürlich auch für die Brille eine Rolle, die nach der Nase, erst in Höhe der Wangenknochen kommt und somit von dem Problem der falschen Proportionen ebenso betroffen ist. Dadurch ergibt sich ein ganz anderer Anblick auf diese Brille und wie sie in Dein Gesicht passt.

Was kannst Du dagegen tun?

Ganz einfach, Du bist in einem Beratungsgespräch, frag doch Dein Gegenüber, also die Optikerin oder den Optiker, ob sie bzw. er nicht die Bilder für Dir knipsen könnte. Als gute Gastgeber unterstützen wir in unserem Geschäft immer sehr gerne beim Bilder machen. Diese Hilfe bietet Dir nämlich den Vorteil, dass die gewünschten Bilder in einem Abstand von 2 bis 3 Meter entstehen können, wo diese Proportionsveränderungen nicht mehr vorhanden sind. Zudem bekommst Du auch ein Bild, auf dem Du komplett zu sehen bist. Das ist noch einmal viel schöner, als nur der Ausschnitt Deines Kopfes, weil es besser und ganzheitlicher wirkt. Solltest Du doch einen Ausschnitt Deines Kopfes wünschen, dann lässt sich der gewünschte Ausschnitt dank der digitalen Fotografie einfach heranzoomen.

Möchtest Du niemanden um Hilfe bitten oder Du bist private und alleine unterwegs, dann lautet die goldene Regel, mindestens den ausgestreckten Arm als Abstand zu nutzen. Dadurch erhältst Du eine Distanz von 30 bis 40 Zentimeter, welche diesen unschönen Proportions-Effekt schon wesentlich verkleinert.

Licht und unschöne Schatten

Doch kommen wir noch einmal auf die Hilfestellung zurück, weil diese weitere Vorteile bietet.

Wenn Du im Laden bist und dort eine Angestellte oder einen Angestellten um Hilfe fragst, dann kannst Du auch gleich nachfragen, wo das beste Licht ist, um ein Selfie zu machen. Denn auch das Licht spielt eine echt entscheidende Rolle für Deine Bilder. Kommt es direkt von oben, dann wirft es durch die Augenhöhlen unschöne Schatten in Höhe Deiner Augen. So können dunkle Ränder um die Brille herum entstehen, was der Brille ihre wahren Konturen nimmt und zudem komisch aussieht. Um dies zu verhindern, solltest Du dafür sorgen, dass Du bzw. Dein Gesicht mit Fensterlicht ausgeleuchtet wird. So erhältst Du gut ausgeleuchtete Bilder ohne störende und Konturen verändernde Schatten.

Also frag einfach nach dem besten Selfie Spot, denn wer täglich in dem Geschäft arbeitet kennt diesen ganz sicher und verrät Dir gerne wo er zu finden ist.

Zudem würde es sich anbieten, Selfies im Geschäft und davor entstehen zu lassen. So erhältst Du mitunter auch noch einmal einen anderen Eindruck von der Fassungsfarbe bei komplettem Tageslicht.

Achte auf die Perspektieve

Wenn Dir jemand helfend zur Seite steht, ist es auch viel Einfacher auf die passende Perspektive zu achten. Denn die Kamera sollte mindestens auf Augenhöhe oder sogar ein Tick höher gehalten werden. So vermeidet man komische Nasenlöcher oder auch die Aufnahme eines Doppelkinns.

Vermeide das Chaos und setze Dich in Szene

Wichtig ist auch auf den Hintergrund zu achten, er sollte nicht zu unruhig oder zu chaotisch sein. Das ist in einem Brillengeschäft schon eine echte Herausforderung, wo doch überall viele Brillen in Regalen liegen.

Um diesen unruhigen Hintergrund auszublenden, bietet es sich an, dass Du Dich mit größeren Abstand zum Hintergrund fotografieren lässt. Das sorgt dafür, dass ein Bokeh Effekt möglich ist, welcher Dich scharf darstellt und alles was im Hintergrund oder weiter weg ist, wird unscharf auf dem Bild zu sehen sein. So bist Du der Mittelpunkt des Bildes und für den Betrachter bist Du das, auf das es ankommt. Es könnte schließlich gut möchtest sein, dass Du diese Bilder nicht nur für Dich nutzen möchtest, sondern auch verschicken willst, weil Du gerne noch die Meinung anderer Personen haben möchtest, die Dich bei Deiner Entscheidung unterstützen sollen. Deshalb ist es wichtig, Dich gut in Szene zu setzen und den Hintergrund so unauffällig wie möglich zu gestellten.

Bitte recht freundlich

Auch die Mimik, Gestik und Deine Körperhaltung sind entscheidende Faktoren bei Deinem Selfie. Nehmen wir mal das Beispiel zur Hilfe, dass sich noch drei Brillen in Deiner engeren Wahl befinden. Nun setzt Du die Fassungen auf und machst von Dir und ihnen Selfies. Bei zwei Brillen schaust Du neutral, ernst oder vielleicht sogar grimmig. Aber bei der dritten, da strahlst Du und siehst glücklich aus.

Was meinst Du, zu welcher die Menschen tendieren werden, die Dir bei der Entscheidung helfen sollen? Welche Brille wird in ihren Augen die passende Brille für Dich sein?

Sehr wahrscheinlich werden sie zu der tendieren, wo Du auf dem Bild glücklich und happy aussiehst. Denn unbewusst nehmen sie natürlich wahr, dass da irgendwas ist, dass Dich glücklich macht. Dieses Glück wird vom Unterbewusstsein mit der darauf zu sehenden Brille verbunden. Weswegen die meisten Gefragten sagen werden, dass diese Brille genau die richtige für Dich ist.

Darum versuche besonders bei Vergleichsaufnahmen zwischen verschiedenen Modellen, einen gleichmäßig freundlichen Gesichtsausdruck zu haben, damit Du die Betrachter nicht unbewusst beeinflusst.

Gleiches gilt natürlich auch für die Körpersprache. Sie sollte aufrecht, offen und freundlich sein, um auch hierdurch keine unbewusste Beeinflussung auszuüben.

Halte Blickkontakt

Bei manchen Foto-Shootings wird man dazu aufgefordert bewusst an der Kamera vorbei zu schauen, nur mache dies bitte nicht beim Selfie. Bei einem Selfie solltest Du immer direkt in die Kamera schauen. Das hat den Vorteil, dass der Betrachter direkten Augenkontakt wahrnimmt und Du ihm so das Gefühl von Nähe vermittelst. Dies ist bei einem Selfie ein ganz wichtiger Faktor.

Zudem sorgt es dafür, dass ein direkter Blick auf die Brille entsteht und die Brille nicht durch Winkeldarstellungen verzerrt oder komisch dargestellt wird. Darum denke immer an den direkten Augenkontakt!

Die Sache mit dem Spiegelbild

Ein ganz wichtiger Punkt, den ich mir extra zum Abschluss aufgespart habe und der mir so tatsächlich selbst nicht direkt bewusst war, kommt jetzt.

Nehmen wir mal an, Du machst ein Foto mit Deiner Frontkamera, also mit der Selfiekamera, mit der wir beim selber auslösen, die meisten unserer Selfies entstehen lassen. Diese Bilder sind meistens gespiegelt, damit Du Dich auch wiedererkennst.

Falls Du Dich jetzt fragst, was ich nun damit schon wieder meine, lass es mich ganz einfach mit dem folgenden Satz erklären

Du kennst aus dem morgendlichen Anblick im Spiegel, nur Dein Spiegelbild-Ich. Das heißt, dass Dir sehr vertraute Selbstbild ist immer ein gespiegeltes!

Alle anderen Menschen um Dich herum sehen aber Dein Reales, Dein nicht gespiegelt ich.

Dies ist ein ganz entscheidender Punkt und es ist wichtig diesen beim Betrachten und Versenden von Selfies zu berücksichtigen!

Handelt es sich um ein Bild, dass mit der Hauptkamera, also mit der rückseitigen Kamera Deines Handys gemacht wurde, dann ist es meistens ein Bild, dass nicht gespiegelt wurde. So sehen Dich alle anderen. Dir jedoch könnte es fremd vorkommen, weil Du Dich so nicht kennst bzw. jeden Morgen im Spiegel anders siehst. Wenn Du Dir diese Bilder anschaust, dann spiegele sie einmal über die App Deines Smartphones.

Möchtest Du wiederum ein Selfie versenden, welches mit der Frontkamera entstanden ist, dann könnte dies ein gespiegeltes Bild von Dir sein. Ein Blick in die Kamera-App wird Dir verraten, wie Deine Selfie-Bilder dargestellt bzw gespeichert werden. Solltest Du Dir mit den Angaben dort nicht sicher sein, so vergleiche das aufgenommene Bild mit einem Blick in einen Spiegel. Sind beide gleich, weißt Du das Deine Selfies Spiegelbild-Ansichten sind.

In diesem Fall solltest Du diese Aufnahmen auch spiegeln, wenn Du sie an andere Personen schicken möchtest, weil sie kennen nur Dein nicht gespiegeltes ich und ihnen würde wiederum der gespiegelte Anblick völlig fremd vorkommen. Was sie unbewusst etwas irritieren könnte.

Diesen Spiegelbild Faktor fand ich persönlich sehr interessant, da dieser dafür sorgen kann, dass man sich auf dem toll aufgenommenen Selfie, bei dem man alle vorherigen Punkte berücksichtigt hat, trotzdem irgendwie fremd vorkommt. Mit dem Hinweis auf diesen Effekt hoffe ich, dass es zukünftig Klick macht und Du zu Dir selbst sagt: „Ach jaaa… da war doch was! Ich drehe/spiegel das Bild einfach mal und schaue, ob ich mir so nicht vertrauter vorkomme?“

Kanntest Du den Spiegelbild-Effekt? Schreib es mir gerne, dass würde mich echt interessieren.

Das waren nun meine Hilfestellungen für ein gutes Beratungsselfie, die Du natürlich auch super im Alltag nutzen kannst. Solltest Du noch einen weiteren Tipp und Hinweis haben, dann schicke ihn mir gerne per Email oder als direkt Nachricht bei Instagram, ich würde mich sehr darüber freuen.

 

Der Autor:

Björn ist Gründungspartner des Optik-Geschäfts Die Brillenfreunde in Hamburg. Seit 2015 ist der gelernte Fluggerätmachaniker und Industriemeister Luftfahrttechnik, auch ein geprüfter Augenoptikassistent. Als kreativer Kopf des Teams kümmert er sich federführend um die Social Media Footsteps der Brillenfreunde und ist maßgeblich für ihren einzigartigen Look verantwortlich. Seit Juni 2020 ist er zudem als Brillengentleman im gleichnamigen Podcast zu hören.