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Januar 2020

Wie gut ist Premium tatsächlich?

Hochwertige Produkte geben uns oft das Gefühl unser Geld gut investiert zu haben. Schließlich wurde es für etwas Gutes ausgegeben, etwas das einem lange Freude bereiten wird und das uns mit seiner angegebenen Wertigkeit zum Kauf motiviert hat. Nicht selten stoßen wir in diesem Zusammenhang auf das Wort Premium. Es gibt Premiumprodukte, Premiumdienstleister und auch  Premiummarken. Da sich so viele anstrengen etwas bieten zu können das Premium ist, muss es sich doch um etwas ganz tolles und besonders handeln, oder nicht?

Episode 1

Wie gut ist Premium tatsächlich?

Was sagt denn der Duden dazu?

Ein Blick in den Duden, verrät uns folgendes zu diesem Wort: Premium

Bedeutung:  von besonderer, bester Qualität

Synonyme zu Premium:  hochwertig, sortiert

Sich für Premium entscheiden und alles ist gut?

Das klingt doch erst einmal genauso, wie wir es erwartet haben. Wenn etwas diesen Zusatz trägt, dann handelt es sich dabei um etwas von besonderer bzw. von bester Qualität. Haben wir uns also für so ein Produkt entschieden, dann haben wir alles richtig gemacht.
Ist das wirklich so?
Um ein wenig zu Recherchieren, wird die große, fast allwissende Suchmaschine zu Rate gezogen. Dies bezüglich steht eine Frage im Mittelpunkt dieser Recherche: „Wie lassen sich zwei oder mehr Premiumprodukte aus dem gleichen Bereich mit einander vergleichen?“ Der Grundgedanke war: „Das dürfte doch kein Problem sein, schließlich müsste es doch eine Art Leitfaden oder Definition geben. Etwas das mir zeigt, wann ein Produkt als Premiumprodukt angeboten werden kann.“ Doch trotz stundenlanger Suche, war diese Definition einfach nicht aufzufinden. Ganz im Gegenteil, umso tiefer und zeitintensiver sich die Suche gestaltete, desto mehr Artikel kamen zu tage, die in eine ganz andere Richtung gingen. Artikel und informative Beiträge die sich damit beschäftigten, dass der Begriff Premium ein Marketing Begriff bzw. Kniff ist. So wie es in diesen interessanten und lesenswerten Artikel, mit dem Titel: „Was macht ein Bier zum Premium-Pils?“ steht. In diesem Artikel steht unteranderem geschrieben, „der Begriff Premium, mit dem erstmals in den 60er Jahren ein Bier etikettiert wurde, ist jedoch nicht als Qualitätssiegel zu verstehen“. Etwas weiter im Artikel ist dann zu lesen: „Ein Unternehmen, das seinem Bier ein „Premium“ verpasst, nimmt also für seine Marke eine Spitzenstellung im Hinblick auf die oben genannten Faktoren in Anspruch“. Desweiteren steht dort, „Premium ist keine offizielle Bewertung durch eine neutrale Instanz, sondern vielmehr – ein Marketing-Kniff.“

Alles vielleicht nur Marketing?

Zusammengefasst heißt das:

  • der Begriff Premium sagt nichts über die angebotene Qualität aus
  • ein Hersteller kann für sich selber festlegen, welches Produkt er als Premiumprodukt anbietet, welches die beste Qualität seiner produzierten Produkte bietet
  • es ist keine offizielle Bewertung durch eine neutrale Instanz

Hier noch ein interessantes Beispiel aus meiner Suchmaschinen Recherche, bezogen auf die Optik (Namen wurden aus Datenschutzgründen geändert): ……… bei „Optik H. Musterbrille“ verwenden wir ausschließlich das Premium Gleitsichtglas „Superblick“ und garantieren Ihnen damit den größtmöglichen Sehbereich, den der Hersteller „Traumbrillengläser“ anbietet. Auffällig ist hierbei der Zusatz „den der Hersteller ……….. anbietet“. Es könnte demnach Gleitsichtgläser anderer Hersteller geben, die einen noch größeren Sehbereich bieten, als die Gleitsichtbrillengläser von diesem Anbieter. Dies deckt sich wieder mit dem vorhin erwähnten Punkten, das der Begriff Premium nicht als Qualitätssiegel zu sehen ist und jeder Hersteller selber festlegen kann, welches seiner Produkte als Premiumprodukt angeboten werden soll. Hier könnten noch mehr solcher interessanten Beispiele folgen, doch eines wird jetzt schon deutlich, vom Begriff Premium sollte man sich nicht zu sehr beeindrucken lassen. Bei Premiumprodukten im gleichen Produktsegment gibt es deutliche Unterschiede bei den Eigenschaften und dadurch auch im Preis. Deshalb gilt, nicht einfach nur dem Zusatz Premium zu vertrauen. Sondern sich genauestens darüber  informieren, welche Eigenschaften das jeweilige  Premiumprodukt bietet. Nur so lässt sich das jeweilige Produkt objektiv vergleichen und eine bewusste Entscheidung treffen.

 

Denn Premium ist leider nicht gleich Premium!

Der Autor:

Björn ist Gründungspartner des Optik-Geschäfts Die Brillenfreunde in Hamburg. Seit 2015 ist der gelernte Fluggerätmachaniker und Industriemeister Luftfahrttechnik, auch ein geprüfter Augenoptikassistent. Als kreativer Kopf des Teams kümmert er sich federführend um die Social Media Footsteps der Brillenfreunde und ist maßgeblich für ihren einzigartigen Look verantwortlich.

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